Die SCHUFA hat ihr Scoring-System in zwei Schritten grundlegend modernisiert: zunächst 2023/2024 durch mehr Faktoren und mehr Transparenz (ausgelöst durch das BGH-Urteil), und dann am 17. März 2026 mit einem komplett neuen Scoring-Modell. Das neue Modell ersetzt die bisherige Prozentwert-Skala durch ein Punktesystem von 100 bis 999.
Kerndifferenzen im Überblick:
Der SCHUFA-Basisscore ist seit jeher die Standardmetrik. Er gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass du deine finanziellen Verpflichtungen erfüllst.
| Score | Risiko-Bewertung | Ausfallwahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| 97,5–100 % | Sehr geringes Risiko | Unter 1 % |
| 90–97,5 % | Geringes Risiko | 1–3 % |
| 80–90 % | Mittleres Risiko | 3–5 % |
| 60–80 % | Erhöhtes Risiko | 5–10 % |
| Unter 60 % | Hohes Risiko | Über 10 % |
Der alte Score basierte auf etwa 40 Faktoren, die die SCHUFA aus verschiedenen Datenquellen zusammentrug:
Das Problem: Die genaue Gewichtung und der Algorithmus waren lange Zeit völlig intransparent. Verbraucher konnten ihre Datenkopie einsehen, aber nicht wirklich verstehen, wie ihr Score zustande kam.
Am 7. September 2023 fällte der Bundesgerichtshof (BGH) ein bahnbrechendes Urteil im Fall Az. VI ZR 225/21. Das Urteil besagte:
Dieses Urteil führte dazu, dass die SCHUFA ihre Transparenz-Initiativen verstärkte und gleichzeitig ihr Scoring-System überarbeitete, um es nachvollziehbarer zu gestalten.
Ab 2023/2024 hat die SCHUFA ihr System in mehreren Punkten optimiert:
Das neue Modell berücksichtigt bis zu 50+ Faktoren statt der ursprünglichen 40. Neue Datenquellen und bessere Gewichtungen spielen eine Rolle, zum Beispiel:
Mit dem neuen Modell können Verbraucher auf Anfrage (zum Teil gebührenpflichtig über SCHUFA BonitätsCheck) mehr Details erfahren:
Zusätzlich zur kostenlosen Datenkopie bietet die SCHUFA jetzt das kostenpflichtige Produkt „BonitätsCheck" an. Es zeigt:
Preis: Etwa 18,50–29 € pro Abruf (selbstverständlich auch kostenpflichtig und optional).
Die genaue Formel und die exakten Gewichtungen sind weiterhin nicht öffentlich. Das ist nach deutschem Recht erlaubt und auch üblich bei Scoring-Anbietern. Es schützt die SCHUFA vor Manipulation und ist international Standard.
| Merkmal | Altes System (vor 2023) | Übergangs-System (2023–2026) | Neues System (ab März 2026) |
|---|---|---|---|
| Skala | 0–100 % | 0–100 % | 100–999 Punkte |
| Scoreklassen | Keine festen Klassen | Keine festen Klassen | 5 Klassen: Hervorragend, Gut, Akzeptabel, Ausreichend, Ungenügend |
| Anzahl Faktoren | Ca. 40 | Ca. 50+ | Weiterentwickelt |
| Transparenz für Verbraucher | Gering | Verbessert (BGH-Vorgaben) | Hoch – Klassen mit klarer Bedeutung |
| Kostenlose Selbstauskunft | Ja, 1× jährlich | Ja, 1× jährlich | Ja, 1× jährlich |
| BGH-Anforderungen | Nicht implementiert | Implementiert | Vollständig umgesetzt |
Fazit: Mit dem neuen System seit März 2026 ist die alte %-Skala Geschichte. Dein Score erscheint jetzt als Punktwert zwischen 100 und 999 – und fällt in eine von fünf klar definierten Klassen. Die Methoden zur Score-Verbesserung bleiben gleich.
Dein Recht auf eine kostenlosen Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO ist und bleibt bestehen – unabhängig ob altes oder neues System. 1× pro Jahr, kostenlos.
Durch das BGH-Urteil kannst du der SCHUFA schriftlich Fragen zur Berechnung deines Scores stellen. Sie muss dann detaillierte Auskunft geben (meist innerhalb von 4 Wochen). Das war vorher nicht so deutlich verankert.
Wenn du mehr Details willst, kannst du das optionale Produkt BonitätsCheck abonnieren oder einzeln abrufen. Es zeigt dir Faktoren, die positiv und negativ auf deinen Score wirken.
Dein Score erscheint jetzt als Punktwert (100–999) statt als Prozentwert. Die Scoreklasse zeigt dir direkt, wie deine Bonität eingestuft wird. Die Methoden zur Verbesserung bleiben dieselben: pünktlich zahlen, Limit niedrig halten, alte Konten behalten.
Das Beste: Diese Tipps funktionieren bei beiden Systemen gleich gut!
Ob altes oder neues Scoring-Modell – den ersten Schritt zur Bonitätsoptimierung machst du mit einer kostenlosen SCHUFA-Datenkopie. Direkt auf meineSCHUFA.de.
Zur kostenlosen Datenkopie →Der Basisscore gibt an, wie hoch das Ausfallrisiko eingeschätzt wird. Seit März 2026 liegt er als Punktwert zwischen 100 und 999 in einer von fünf Klassen (Hervorragend bis Ungenügend). Der Branchenscore wird speziell für Banken, Versandhandel oder Versicherer berechnet und ist nicht öffentlich sichtbar. Banken sehen den Branchenscore, Verbraucher nur den Basisscore.
Ja, du hast das Recht auf eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO einmal jährlich. Diese enthält deinen aktuellen Basisscore nach dem neuen Punktesystem (100–999). Zusätzliche Auskünfte oder das kostenpflichtige BonitätsCheck-Produkt kosten extra.
Das BGH-Urteil von 2023 hat nicht die Bonität von Menschen verändert. Es verpflichtet die SCHUFA nur, Verbrauchern mehr Informationen zur Score-Berechnung zu geben. Dein persönlicher Score wurde dadurch nicht neu berechnet.
Banken sehen den branchenspezifischen Score für ihre Kategorie – nicht den Basisscore, den du siehst. Dieser Branchenscore wird speziell für Kreditinstitute berechnet und kann etwas anders aussehen als dein Basisscore.
Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und stellt keine Finanzberatung dar. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Produktinformationen beziehen sich auf den Stand März 2026.